Geschichte

Geschichte der freiwilligen Feuerwehr Wrist

Der Ursprung eines geordneten Feuerlöschwesens in Wrist geht zurück auf das Jahr 1859. In diesem Jahr wurden die Statuten betreffend einer „Feuer-Controle“ beschlossen. Zur Ausrüstung der damaligen Feuerwehr gehörten Löschgeräte wie Ledereimer, Feuerhaken, Feuerpatsche, Holzleiter und Dachstuhlsitzbrett für Reetdächer. Im Jahre 1876 ist ein Spritzenhaus in der Brückenstrasse gebaut worden. Es diente als Unterstellplatz für die inzwischen zahlreichen Löschgeräte und die 1877 angeschaffte pferdebespannte Handdruckfeuerspritze.

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Wrist (damals Stellau-Wrist) erfolgte am 17.08.1890 auf einer außerordentlichen Versammlung der bis dahin existierenden Zwangsfeuerwehr.

Im Jahre 1931 wurde die alte Handdruckspritze durch die erste 400 l Motorspritze ersetzt, die allerdings noch in einem Wagen transportiert wurde, der über eine Deichsel von Hand gezogen werden musste.

Durch ständiges Üben und Lernen sowie der Teilnahme an Ausbildungslehrgängen auf Kreis- und Landesebene hat sich die Wehr insbesondere ab Mitte der 60-iger Jahre einen guten Ausbildungsstand erworben. Am 25.09.1966 konnte die Wrister Feuerwehr dies während einer Leistungsbewertung erstmals unter Beweis stellen und wurde mit der bronzenen Leistungs-plakette des Landesfeuerwehrverbandes ausgezeichnet. Am 22.10.1968 wurde dann auch die Wiederholungsprüfung erfolgreich absolviert.

Einen weiteren bedeutenden Aufschwung hinsichtlich Ausbildung und Ausrüstung nahm die Wrister Feuerwehr ab Anfang der 70-iger Jahre. Die Aus- und Weiterbildung hat seit dieser Zeit erheblich zugenommen. Heute nehmen jährlich ca. 20-30 Kameraden an Lehrgängen auf Kreis- und Landesebene teil, um ihr Wissen und ihre Fertigkeiten ständig auf dem neuesten Stand zu halten.

Am 07.10.1972 konnte ein neues Feuerwehrgerätehaus mit Schulungsraum, Wasch- und Toilettenraum sowie einer Fahrzeughalle mit 3 Einstellplätzen in der Straße „Am Sportplatz“ feierlich eingeweiht werden. Diese Einweihung kam nicht zuletzt aufgrund der vorbildlichen Zusammenarbeit zwischen der Feuerwehr und der Wrister Gemeindevertretung, welche bis heute andauert, zustande.

Aufgrund zwischenzeitlich veränderter Anforderungen ist heute ein Um- und Anbaukonzept für das Gerätehaus in 3 Bauabschnitten vorgesehen, wobei der 1. Bauabschnitt mit der Erweiterung der Fahrzeughalle auf 5 normgerechte Fahrzeugstellplätze im Jahre 2003 fertig gestellt wurde. Die beiden weiteren Bauabschnitte mit der dem Neubau des Schulungsraumes, der Erweiterung der sanitären Anlagen ist ebenfalls abgeschlossen. Die Realisierung des weiteren Bauabschnittes hängt von den finanziellen Möglichkeiten ab.

Auch die technische Ausrüstung konnte ständig ergänzt, erneuert und auf den technisch notwendigen Stand gebracht werden.
In den Jahren 1991 und 1992 wurde das Alarmierungssystem der Feuerwehr Wrist vollständig umgestellt und von der „lauten“ Sirenenalarmierung auf die deutlich effektivere „stille“ Alarmierung über Funkmeldeempfänger umgerüstet. Alle aktiven Mitglieder der Wehr sind seitdem mit kreisweit erreichbaren Funkmeldeempfängern ausgerüstet.
Aber auch hier wird die digitale Welt in Kürze Einzug halten, die Ausschreibungen zum Thema „Digitalfunk“ laufen bereits. Der Fahrzeugpark besteht heute aus 3 leistungsfähigen Einsatzfahrzeugen, einem HLF 20 (15,5 to, Baujahr 2015, MAN) als Ersatz für das LF 8 aus dem Jahr 1990, einem RW 1 (9,5 to, Baujahr 1997, Mercedes-Benz), der 1997 als Ersatz für ein altes LF8 aus dem Jahre 1975 beschafft wurde sowie einem neuen TLF 16/25 (14,5 to, Baujahr 2005, Mercedes-Benz), das als Ersatz für ein 26 Jahre altes TLF 8/18 am 24.09.2005 feierlich in Dienst gestellt werden konnte. Ergänzend dazu steht seit Februar 2005 zu Schlauchtransportzwecken und zur Abarbeitung von Ölspuren ein 1,5-t-Einachsanhänger zur Verfügung.

Im Jahr 2007 wurde die Jugendfeuerwehr gegründet. Sie besteht aus Kindern und Jugendlichen der Gemeinden Wrist, Quarnstedt und Wulfsmoor/Hingsteheide, die von 7 Ausbilderinnen und Ausbildern der Wrister Einsatzabteilung zu feuerwehrtechnischen Themen aber auch in allgemeiner Jugendarbeit ausgebildet werden. Seit 2007 konnten so für die Wehren bereits 11 junge Feuerwehrleute für die Einsatzabteilungen der beteiligten Wehren gewonnen werden und somit einen großen Teil des Nachwuchses stellen.

Die Wrister Feuerwehr wird jährlich durchschnittlich 30-mal alarmiert und zu Einsätzen gerufen. Die Einsatzpalette ist dabei sehr vielfältig und reicht vom Abstreuen von Ölspuren über die Beseitigung umgestürzter Bäume, das Lenzen überfluteter Keller, die Bekämpfung von Zimmer- und Dachstuhlbränden bis hin zum Einsatz bei Großbränden und Überflutungen. Zu einem weiteren Einsatzschwerpunkt hat sich in den letzten Jahren die technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen zur Befreiung von eingeklemmten Personen und manchmal auch zur Bergung von Toten entwickelt. Diese Art von Einsätzen erfordert eine qualifizierte Ausbildung und eine hohe psychische Belastbarkeit unserer Kameraden.

Seit dem 01.05.1960 gehört zur Wrister Feuerwehr auch ein heute 15 Personen starker Spielmannszug unter Leitung des Spielmannszugführers Peter Hahnkamm und der Stabführerin „Rosi“ Thomsen. Der Spielmannszug tritt unter dem Leitgedanken „aus Spaß an der Freud“ jährlich ca. 5-mal zum Kinderfeste, Laternenumzug und ähnlichen Veranstaltungen in Wrist öffentlich auf.

Nachdem die Wrister Wehr vom 17.-19.08.1990 ihren 100. Geburtstag und vom 04. – 06.09.2015 das 125-jährige Bestehen feiern konnte, ist sie heute gut ausgerüstet und blickt in die Zukunft voll der Hoffnung, die anfallenden Aufgaben und Gefahren zum Wohle der Wrister Bürger treu dem Wahlspruch “Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“ meistern zu können.

Schriftführer: Kay Clausen
Stand: Oktober 2015